Bewerbungstipps

Anschreiben verfassen

Junge asiatische Frau, die vor einem Laptop sitzt mit einem Kugelschreiber in der Hand.
Du bist dir nicht ganz sicher, was du in dein Anschreiben reinpacken sollst? (Foto: ©stock.adobe.com/wayhome.studio)
Du sitzt an deiner (ersten) Bewerbung und fragst dich: Was kommt eigentlich alles ins Anschreiben? Das und vieles mehr kannst du hier nachlesen. 
Freitag, 31.05.2024, 09:30 Uhr, Autor: Sandra Lippet

Zu allen Bewerbungsunterlagen gehört ein Anschreiben. Und genau dieser Text ist gut und wichtig, denn er bietet dir die Chance, kurz und knackig von dir zu überzeugen – und zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden.

Aber was gehört alles in ein Anschreiben, aus welchen Teilen besteht es, welche formalen Kriterien sind zu beachten – und am wichtigsten: wie kannst du damit überzeugen? Das alles beantworten wir dir!

Was kommt alles in ein Anschreiben?

Egal für welche Branche, Anschreiben haben grundlegend immer denselben Aufbau und sollten auch bestimmte Angaben enthalten. Das Ziel von dieser Textsorte ist die Einladung zum Jobinterview und damit den ersten Schritt im Bewerbungsprozess erfolgreich zu meistern.

Überblick: Was muss mindestens enthalten sein?

  • Korrekte Angabe der eigenen Adresse und der Kontaktperson des Unternehmens
  • Genaue Jobbezeichnung der Stelle, auf die du dich bewirbst
  • Erklärung, wie du auf das Stellenangebot gestoßen bist und wieso du dich darauf bewirbst
  • Deine fachlichen und persönlichen Kompetenzen und Stärken
  • Möglicher Eintrittstermin, falls gefordert
  • Gehaltsvorstellung, falls gefordert
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Einstieg – wie beginnt man ein Anschreiben?

„Hiermit möchte ich mich auf die Stelle XY bewerben …“ – derartige Formulierungen waren vielleicht früher gerne gesehen, sind es aber heute nicht mehr. Du darfst als Einstieg gerne etwas Kreativeres wählen und nicht einfach nur die Betreffzeile wiederholen; bspw. wie du auf die Stelle gestoßen bist, oder, dass sie dein Interesse geweckt hat, weil …? 

Auch am Anfang deines Textes solltest du schon auf eine klare und deutliche Sprache und Satzstruktur achten und dich nicht in zeilenlangen Schachtelsätzen verlieren.

Merke!

Ein Anschreiben soll nicht länger als eine DIN A4 -Seite sein. Heißt: Wähle auch für den Einstieg lieber etwas Kürzeres und Prägnanteres, damit du den meisten Platz für den wichtigsten Teil hast, den Hauptteil! 

Hauptteil – wie überzeugt man von sich?

Indem du deine Hard- und Soft-Skills bestmöglich zur Geltung bringst, d.h. die Stärken, Fähigkeiten, Charaktereigenschaften und Erfahrungen, die dich für diesen Job prädestinieren.

Ein Anschreiben soll dabei kein ausformulierter Lebenslauf werden. Fokussiere dich also auf deine Kern-Skills und gib, falls möglich, gleich ein paar treffende Einblicke oder Beispiele – wie das letzte Projekt, das nur aufgrund deiner Teamfähigkeit und deinem sozialen Knowhow zu retten war.

Hab erstmal keine Angst davor zu übertreiben, sondern versuch dich in diesem Teil, wie ein Produkt, selbst zu vermarkten, denn genau darum geht es. In ein paar Sätzen sollst du hier deine USPs (Unique Selling Points) verdeutlichen – trau dich!

Schluss – wie beendet man ein Anschreiben?

‚Motivation‘ ist am Ende nochmal ein gutes Stichwort – und damit ist gemeint: auch zum Abschluss nochmal dein Interesse an der Stelle und v.a. auch deine Bereitschaft für ein Telefoninterview, Vorstellungsgespräch etc. zu signalisieren.

Das solltest du nicht durch Konjunktive „wäre“, „könnte“ usw. machen, sondern durch aktive Ansprachen wie: „Auf ein persönliches Gespräch freue ich mich sehr“ oder „Gerne stehe ich Ihnen für Fragen und weitere Details zur Verfügung“. 

Unterschied zwischen Bewerbung und Anschreiben?

Mit einer Bewerbung sind i.d.R. alle Bewerbungsunterlagen gemeint, also auch Lebenslauf und Zusatzmaterialien wie Zeugnisse, Urkunden und Arbeitsproben.

Ein Anschreiben bildet zwar das erste Dokument der Bewerbungsunterlagen ab – mit einem Anschreiben alleine bewirbst du dich aber nicht, denn mindestens einen Lebenslauf solltest du deiner Bewerbung noch hinzufügen. Das gilt auch für Nebenjobs!

Form und Sprache: Wie schreibt man am besten ein Anschreiben?

Kurze und deutliche Sätze sind auch in Anschreiben gerne gesehen – dabei solltest du aber auch auf die Formulierungen achten. Umgangssprache kann leicht durch andere Begriffe ersetzt werden. Es geht ja darum, auf beruflich-professioneller Ebene Eindruck zu machen und zu zeigen, dass du es drauf hast, am besten auch sprachlich.

Nicht unterschätzen solltest du auch die Wirkung von Fehlern – und zwar ganz gleich, ob es sich um Tipp-, Satzbau- oder Sprachfehler handelt. Lass dein Anschreiben also am besten vor dem Versenden nochmal mindestens von einer anderen Person Korrekturlesen!

Allgemeine Formalien

Dein Anschreiben soll nicht länger als eine Din A4-Seite sein, am besten in einer gut leserlichen Schriftart verfasst werden, bspw. Times New Roman, Arial oder Calibri, und die Schriftgröße 11 oder 12 besitzen. Für mehr Übersichtlichkeit wird zu einem Zeilenabstand von 1,5 geraten und den Text in Blocksatz zu setzen.

Wenn du Vorlagen nutzen oder dich durch diese inspirieren lassen möchtest, nur zu, das Internet ist voll damit. Auf der Seite der Agentur für Arbeit findest du Beispielsweise eine Checkliste für die Bewerbung und auf der Homepage der Uni Kassel findest du eine Formvorlage für das Anschreiben. Denk nur immer daran, Bewerbungsvorlagen nicht eins zu eins so zu übernehmen, sondern auf die Stellenausschreibung, deine Fähigkeiten, Stärken und Erfahrungen anzupassen.

Zum Abschluss noch ein paar allgemeine Bewerbungstipps:

  • Du fühlst dich nicht ausreichend qualifiziert für die Stelle? Wenn dir der Job wirklich gefällt, ist mein Tipp: Bewirb dich trotzdem. Es geht im Bewerbungsprozess nicht immer darum, alle Kriterien zu erfüllen, sondern am besten zur Stelle zu passen oder einfach besser als die anderen Bewerber:innen abzuschneiden – und das kannst du nur rausfinden, wenn du dich bewirbst. Und, ob du für den Beruf geeignet bist oder nicht, müssen am Ende so oder so die Personaler:innen entscheiden. Nimm die Chance wahr, denn etwas Schlimmeres als eine Absage, kann dir nicht passieren
  • Du bist dir unsicher, was du als Gehaltsvorstellung angeben sollst? Auch dafür gibt es eine Lösung: mittlerweile kannst du im Internet für deine Region und Jobbezeichnung Durchschnittslöhne raussuchen. So kannst du dir selbst einen Überblick verschaffen, welches Gehalt grundlegend gezahlt wird – ob du dann aufgrund deiner Skills und Berufserfahrung mehr verlangen möchtest, liegt bei dir. Ich würde dir aber raten: verkauf dich nicht unter Wert, übertreib aber auch nicht – gib ein realistisches Wunschgehalt an; das kannst du beim Jobinterview dann immer noch genauer verhandeln. 
  • Du hast ein Kind und weißt nicht, ob und wo du das angeben sollst? Weder im Anschreiben noch im Lebenslauf musst du Informationen über dich als Privatperson preisgeben, heißt: ob du ledig oder verheiratet bist, ob du Kinder hast – nicht mal dein Geschlecht musst du offiziell angeben. Wieso? Weil aufgrund des Diskriminierungsschutzes am Arbeitsplatz diese Dinge keine Rolle dabei spielen, ob du den Job bekommst oder nicht – sie haben nichts mit deinen beruflichen Qualifikationen zu tun. Ob du sie trotzdem angeben möchtest, liegt aber natürlich bei dir – nur besteht kein Muss.

(Uni Kassel/IKK classic/BAfA/SALI)

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